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Autoritärer Führungsstil, kooperativer Führungsstil, partizipativer Führungsstil, transformationaler Führungsstil… Die Vielfalt an verschiedenen Führungsstilen ist ebenso variantenreich wie die Diskussion darüber, wie man heute richtig führt. Doch kann es DEN einen richtigen Führungsstil überhaupt geben?

Wikipedia definiert es treffend kurz und knapp: „Unter Führungsstil (englisch leadership behavior) bezeichnet man in Wirtschaft und Verwaltung die Art und Weise, mit der eine Führungskraft ihre Führungsaufgaben wahrnimmt und ihre Führungskompetenzen ausübt.“

Egal welche Label man der Art und Weise gibt, wie eine Führungskraft ihre Führungsaufgabe wahrnimmt, für die Praxis eignet sich die von dem amerikanischen Psychologen Daniel Goldmann getroffene Unterscheidung sehr gut, die Führungsverhalten in sechs Führungsstile aufteilt:

  • Der befehlende Führungsstil: Verlangt sofortige Folgsamkeit.
  • Der partnerschaftliche/gefühlsorientierte Führungsstil: Schafft Harmonie und emotionale Bindungen.
  • Der visionäre Führungsstil: Spornt an durch Propagieren einer Vision.
  • Der demokratische Führungsstil: Schafft Engagement durch Mitsprache.
  • Der fordernde Führungsstil: Setzt hohe Leistungsstandards.
  • Der Coaching-Stil: Geht auf die Persönlichkeiten ein und entwickelt sie.

Mir macht es Freude hin und wieder als Rafting-Guide für ein Outdoor-Unternehmen tätig zu sein, für das ich mit Gästen einen Wildwasserfluß befahre. Bei einer solchen Unternehmung setze ich als Guide (= Führer) alle sechs Führungsstile ein.

Es beginnt mit dem visionären Führungsstil, wo ich den Teilnehmern in lebendigen Bildern schildere, was auf uns zukommt, welche Herausforderungen wir bestehen werden und wie triumphal das Gefühl sein wird, wenn wir wohlbehalten ankommen und als Helden am Ende der Fahrt das sichere Ufer wieder betreten.

Als nächstes folgt die Einweisung in die Position, die jeder im Boot einnimmt und welche Paddelbewegungen auf meine Kommandos hin auszuführen sind. Der befehlende Führungsstil.

Auf dem ersten Streckenabschnitt sorge ich durch Fragen und Unterhaltung, dafür, daß sich die Leute untereinander kennenlernen und für gute Stimmung an Bord. Der partnerschaftliche/gefühlsorientierte Führungsstil.

Beim Befahren der Schlüsselstelle feuere ich durch lautes Schreien die Mannschaft an, alles zu geben, um die kritische Stelle ohne Kentern zu passieren. Der fordernde Führungsstil.

Nach Passieren dieser Stelle, die das Highlight der ganzen Fahrt ist, frage ich die Besatzung, ob sie Lust hat, die Stelle nochmal zu befahren, indem wir das Boot am Ufer ein Stück flußaufwärts tragen, um uns dann erneut in das Inferno zu begeben (was meistens bejaht wird). Der demokratische Führungsstil.

Zum Ende hin beginnen manche zu frösteln, oder klagen über müde Arme vom Paddeln. Diesen spreche ich Mut zu und muntere sie auf. Der Coaching Stil.

Genau wie bei einer solchen Flußfahrt erfordert auch der Führungsalltag, die verschiedenen Führungsstile je nach Situation einzusetzen. Dann sitzen alle mit Freude im Boot – auch der Guide!

Erfrischend anders, verblüffend wirksam. © IMPULS Werbeagentur