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Kennen Sie das? Sie planen ein Meeting an dem der Chef teilnehmen soll. Wenn Sie dann in seinen Terminkalender schauen, bietet sich ein Anblick des Schreckens: Von morgens bis abends verplant in Meetings, und das auf Monate hinaus.

Warum ist das so? Es liegt meist an der – gerade bei Managern – festverwurzelten Überzeugung: „Keiner kann das so gut wie ich!“ Oder „bevor ich das jemandem lang erkläre, mach ich’s lieber gleich selbst.“
Deswegen agieren viele Führungskräfte nach wie vor nach dem Motto: „Ich schick meinen besten Mann. Ich komm selbst.“
Schaut man tiefer hinter die Kulissen der menschlichen Psyche, so liegen diesem Verhalten die Grundbedürfnisse nach Zugehörigkeit und Anerkennung zugrunde. So wie Wanderer Anstecknadeln an ihrem Filzhut sammeln, so scheinen Chefs ihre Relevanz und Leistungsfähigkeit an der Anzahl absolvierter Meetings abzuleiten, wenn sie sich jeden Tag auf’s neue auf ihren Meeting-Marathon begeben.
Jedes Meeting, zu dem ich eingeladen werde, beweist mir: Ohne mich geht’s nicht. Ich werde gebraucht. ICH BIN WICHTIG!

Wenn Anführer einen Grossteil ihrer Zeit allerdings in Meetings zubringen, wie können sie denn da noch anführen, die Mitarbeiter coachen, fördern, ihre Mannschaft motivieren?
Wenn sie von Thema zu Thema hüpfen, wie der immer schneller rotierende Finger eines Zündverteilers und dabei der Zeitslot, den sie einem Thema widmen können logischerweise immer kürzer wird, wie können denn da noch fundierte Entscheidungen getroffen werden, geschweige denn Strategien entwickelt oder Visionen entworfen werden?
Analog zu den Tempi unseres Lebens – Vergangenheit, Gegenwart, Zukunft – sind das auch die Perspektiven, die ein guter Manager in ausgewogenem Maß einnehmen sollte:
Über Vergangenes reflektieren mit dem Ziel, es morgen besser zu machen.
Aktuelles Tagesgeschäft erledigen.
Ideen entwickeln und die Zukunft gestalten.
Wenn der 360 Grad Rundumblick, der für jeden Schiffskapitän selbstverständlich und überlebenswichtig ist, sich im Manageralltag zu einem Tunnelblick auf’s Tagesgeschäft und dem Flicken von Baustellen verengt, kann das fatale Folgen haben, wie das Beispiel Nokia zeigt.

D – F – A: Determination – Focus – Action: Die Formel mit der man Ergebnisse erzielt und Ziele erreicht. Egal ob Sie ein Musikinstrument erlernen, einen Berg besteigen oder eine Firma erfolgreich führen möchten.
Determination, Entschlossenheit, schön und gut. Entschlüsse sind schnell gefasst. Doch wie schaut’s mit dem Fokus aus? Wie will ich den aufrecht erhalten, wenn ich überall mitspielen, mitreden und nicht bloss auf zwei, sondern gleich auf zehn Hochzeiten gleichzeitig tanze?
Wie machen das eigentlich Leute wie Richard Branson? Der führt nicht nur eine, sondern gleich viele Firmen. Und das auch noch erfolgreich! Und leistet es sich auch noch, Zeit auf seiner Privatinsel in der Karibik zu verbringen, wo er den Tag nicht etwa mit dem Lesen von Emails beginnt, sondern mit einer Runde Kitesurfen!

Wie kann der das? Nun, er hat die Stufe erreicht, die jeder Manager anstreben sollte, nämlich sich überflüssig zu machen.

Kein Schiffskapitän wäre stolz darauf, wenn er morgens in den Maschinenraum gerufen würde, mittags in der Küche Anweisungen geben, nachmittags auf der Medizinstation beraten und abends im Service noch mitmischen müsste. Das wäre absurd, nicht wahr? Ein guter Kapitän zeichnet sich dadurch aus, dass er sein Schiff im Griff hat, dank einer gut eingespielten Mannschaft, die ihre Aufgaben zu 99,9 % ohne seine Hilfe oder Einmischung ausführen kann.

Tun Sie es ihm gleich! Statt einer Armee von Erfüllungsgehilfen bauen Sie lieber eine echte Kompetenzstruktur auf! Delegieren Sie endlich! Aber richtig! Geben Sie Ihren Mitarbeitern Entscheidungsspielräume. Richten Sie Lernschleifen ein! Lassen Sie Fehler zu! Ermutigen Sie! Ertüchtigen Sie! Machen Sie die anderen stark. Umso stärker werden auch Sie.
Und steigen Sie so endlich aus dem Meeting Wahnsinn aus!

 

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