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Das Problem mit unseren Problemen ist, dass wir versuchen, sie an der falschen Stelle zu lösen, nämlich im Aussen. Wer erkannt hat, dass alles, was in unserer Erlebniswelt passiert eine Projektion, ein Spiegel unserer inneren Welt ist, der erkennt auch, dass jeder Versuch, Probleme primär nur im Aussen zu lösen, genauso zum Scheitern verurteilt ist, wie der Versuch, einen Pickel im Gesicht im Spiegel ausdrücken zu wollen.

 

Wenn etwas vorfällt, was mir nicht gefällt, habe ich zwei Möglichkeiten:

1. Ich kann darin sulen, wie eine Sau im Schlamm, meine Gedanken endlos darum kreisen lassen, mir ausmalen, was noch alles Negatives damit in Zusammenhang steht und was noch alles in der Richtung Schlimmes passieren kann und mich immer mehr fertig machen und immer weiter runterziehen. Doch genausowenig wie eine Sau beim Sulen im Schlamm sauberer wird, sondern immer dreckiger, genausowenig wird deine Situation dadurch besser. Im Gegenteil – Energie folgt Aufmerksamkeit! Je mehr Aufmerksamkeit ich einem Problem widme, desto mehr Energie leite ich darauf und umso grösser wird es. Es ist so wie mit einem Luftballon: Je mehr Luft ich ihm zuführe, desto mehr bläst er sich auf und umso grösser wird er. Wenn ich ihm aber keine weitere Luft zuführe, bleibt er klein und schlapp und verliert schliesslich komplett an Form und Ausdehnung, bis er schliesslich nur noch ein zweidimensionales Stück Gummi ist.

 

2. Oder ich nehme den Vorfall zum Anlass, mich zu fragen:
• Warum macht das etwas mit mir?
• Welche Lektion gibt mir das Leben hier?
• Wie kann ich dadurch wachsen und stärker werden?

 

„Eine ruhige See hat noch keinen guten Seemann hervorgebracht.“

 

Gerade Menschen, die sehr Kopf gesteuert sind, wollen alles mit dem Verstand verarbeiten und jedes „Problem“ mit dem Kopf lösen. Jetzt ist aber eine andere Strategie nötig. Sonst drehst du dich noch unendlich lange weiter im Karussell deiner destruktiven, unwahren Gedanken. Jetzt braucht es Gedankendisziplin.
Der Verstand braucht seinen „Auslauf“, so wie ein Tiger. Versuch nicht, ihn einzusperren. Lass ihn erst mal ruhig alles denken. Gib ihm völligen Freiraum. Am besten, du sprichst all das laut aus, was dir gerade im Kopf herum geht. Das versetzt dich in die Lage des Beobachters, denn in Wahrheit bist du nicht dein Verstand. Und wenn du dann hörst, was dein Verstand so alles von sich gibt, kommt irgendwann der Moment, wo du die Absurdität und Destruktivität deines Verstandes erkennst und dir sagst: „Der spinnt doch!“, oder du das lächerlich findest, was dein Verstand so alles produziert. Das ist dann der Moment, wo du ihn ganz leicht, wie einen alten, senilen Mann, der den ganzen Tag nur wirres Zeug vor sich her brabbelt, in eine entfernte Ecke deines Seins stecken kannst, wo er weiter vor sich hinbrabbeln kann, aber du hörst es nicht mehr.

 

Jetzt ist der Moment gekommen, wo du – ungestört von dem Lärm deines Verstandes – Innenschau halten und deinen Gefühlen die volle Aufmerksamkeit schenken kannst. Denn deine Gefühle sind der Schlüssel zur Wahrheit, zum Kern und damit zur Lösung.
Begib dich, neugierig wie ein Forscher, oder hingebungsvoll wie ein Pilger, auf die Reise nach Innen, auf den Weg zu den wahren Ursachen.

 

Geh in die Stille! Setz dich hin, schliess die Augen und sag zu dir innerlich:
„Jetzt nehm ich mir Zeit für all das, was da ist in mir, für alle Gefühle, für alle Ängste, für die Ohnmacht, für meine Wut und Traurigkeit. Ihr seid alle meine Babies. Ihr gehört alle zu mir. Und jetzt nehm ich mir Zeit für euch.“

 

Wenn du es leid bist und endgültig satt hast, in deinem Leben immer und immer wieder Dinge zu erleben, die dich runterziehen, schmerzen oder fertig machen, gibt es nur diesen Weg. Sonst werden die ausgegrenzten Gefühle so lange und mit immer stärkerer Wucht an deine Tür schlagen, bis du ihnen endlich deine Aufmerksamkeit, Anerkennung und Würdigung zuteil werden lässt.

 

“The real act of discovery consists not in finding new lands but seeing with new eyes.”
Marcel Proust

 

Wirkliche Freiheit, Leichtigkeit und Frieden kannst du erst dann erleben, wenn deine Stimmung und dein Wohlbefinden nicht mehr davon abhängen, was im Aussen geschieht. Wenn du nur dann glücklich sein kannst, wenn draussen die Sonne scheint, alle Menschen freundlich sind und alles prima läuft, gehst du einen beschwerlichen Weg. Denn dann musst du immer zusehen, dass alles so läuft und alle so sind, wie du dir es dir wünschst. Das ist nicht nur furchtbar anstrengend, sondern auch unmöglich.

Wenn du dich nur lieben kannst, wenn dein Partner es dir stetig sagt, liebevoll, umsichtig und nett zu dir ist, oder du das Lob und die Anerkennung deines Chefs so dringend brauchts, wie ein Fixer die Nadel, tja dann kann es gar nicht anders sein, als dass du immer und immer wieder enttäuscht wirst und das Gefühl des Nicht-Geliebt-, Nicht-Gewürdigt-Seins erlebst. Denn kein Mensch ist immer fürsorglich, aufmerksam, nett und liebevoll. Verstehst du?
Wenn du all das, was du nicht in dir hast – Selbstanerkennung, Selbstliebe, Selbstbewusstsein – im Aussen zu erlangen versuchst, dann wirst du ständig wie ein hungriger Bettler durchs Leben laufen, mit ausgestreckten Händen, und zu allem und jedem sagen: „Gib mir, gib mir, gib mir! Weil ich es mir selbst nicht geben kann.“

 

In Wahrheit hast du alles, was du im Aussen zu bekommen versuchst, in dir! Du musst es nur freilegen. Weil es zugeschüttet ist durch lebenslange Erfahrungen von „Ich bin nicht gut, nicht schön, nicht fleissig genug! Kurzum: Ich bin nicht liebenswert!
Ich muss so und so sein, damit ich geliebt und anerkannt werde!“

 

Nichts musst du! Du bist wunderbar und genau richtig so wie du bist! Sag dir das! Immer und immer wieder! „Ich bin wunderbar und genau richtig, so wie ich bin!“ Egal was andere sagen, egal was im Aussen passiert.
Der erste Schritt dazu ist, deine ungeliebten Gefühle zu integrieren, wie oben beschrieben.

 

Wenn du dann voll und satt in deiner Selbstliebe dastehst, müssen die anderen nicht mehr so oder so und die Umstände optimal sein. Was glaubst du wie unendlich erleichternd es für dich ist, wenn du endlich den Dirigentenstab ablegst und die Kontrolle über alles und jeden aufgibst.
Wenn das Leben so sein darf wie es ist. Weil du weisst und fühlst, dass du der souveräne Kapitän auf deinem Lebensschiff bist und die unerschütterliche Gewissheit hast, dass du es auch durch die stürmischste See sicher lenken kannst. Wenn du weisst: „Egal was kommt, ich pack das!“ Dann werden aus Problemen interessante Herausforderungen und aus Schwierigkeiten Übungen, die einem helfen, noch besser zu werden.

Dann hast du echte Freiheit, Leichtigkeit und Frieden gefunden. Das ist das Ziel deines Lebens, dafür bist du hier!

 

Hier noch 2 Methoden, um sofort aus dem Gedankenkarussell auszusteigen:

 

1. Mach dir klar, dass du auf diesen Planeten gekommen bist, um Erfahrungen unterschiedlichster Art zu machen. Das ist deine Mission! Das heisst, eben nicht, jeden Tag bei Sonnenschein nur dein Lieblingseis zu schlecken, sondern genau Erfahrungen zu machen, wie du sie jetzt gerade oder immer wieder erlebst!
2. Beam dich auf den Mond oder sonst irgendeinen entfernten Standpunkt und schau von dort oben auf dich und dein Leben herunter. Das schafft schon mal eine Distanz zu dem, was du gerade durchmachst und holt dich aus der Heftigkeit des Dramas raus, das du gerade dabei bist zu spinnen.
Und dann stell dir die Bilder vor, wie du eine gewisse Zeit später – Wochen, Monate, Jahre – glücklich dein tägliches Leben lebst und dieser Vorfall, an dem du gerade knabberst, längst verblasst ist, keine Ladung und auch schon längst keine Bedeutung mehr hat.

 

 

Und hier noch ein Experiment. Probier mal folgendes aus: Einen Tag lang lässt du alles und alle so, wie sie sind – ohne zu bewerten und ohne zu urteilen. Und du lässt auch all deine Erwartungen los, und auch deinen Drang, irgendetwas kontrollieren zu müssen. Nur einen Tag lang. Und schau einfach, was passiert.

Die anfängliche Unruhe wird bald einem Frieden weichen, wie du ihn noch nie, oder schon lange nicht mehr gespürt hast.

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