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Ausgehendes 19. Jahrhundert – mit der Erfindung neuer Verkehrsmittel und der Erschliessung neuer Verkehrswege eröffnete sich den Unternehmen, die mit ihrem Absatz bislang auf die regionale Vermarktung begrenzt waren, plötzlich ein Massenmarkt. In den USA kam dazu, dass Millionen arbeitswilliger Einwanderer den Firmen als billige, aber ungelernte Arbeitskraft zur Verfügung standen. In dieser historischen Situation kam dem Amerikaner Frederick W. Taylor eine scheinbar geniale Idee: Er zerlegte den Produktionsprozess in wenige, einzelne Arbeitsschritte. Demnach wurde der gesamte Arbeitsprozess so aufgeteilt, dass jeder Arbeiter nur noch wenige Handgriffe zu erledigen hatte, die ihm innerhalb kürzester Zeit, meistens in weniger als einer Woche, beigebracht werden konnte. Das erleichterte nicht nur das Anlernen von neuen Arbeitskräften und damit das Aufstocken der Produktionskapazitäten ungemein, es machte die Arbeiter auch austauschbar.

Taylors Reorganisation des Arbeitsprozesses war nur ein erster Schritt, den Henry Ford durch Einführung des Fliessprinzips weiter perfektionierte.

Taylor komplettierte seinen Ansatz dadurch, dass er eine bewusste Trennung von Handarbeit und Kopfarbeit durchsetzte. Die gesamte Planung und Erarbeitung des technischen Know-Hows übergab er an die Ingenieure, während für die Vorgabe und Überwachung der Arbeit eine neue Kaste eingeführt wurde: Der Beruf des Managers war geboren.

Der versuchte mit Lohnanreiz bei entsprechender Leistung und Sanktionen (hire & fire) bei Minderleistung, also dem archaischen Prinzip von „Zuckerbrot und Peitsche“, die Produktivität der Belegschaft zu maximieren.

Dieses, als Taylorismus bekannte Unternehmensprinzip, hat das gesamte 20. Jahrhundert überdauert.

Und selbst heute, im Jahr 2018, agiert die grosse Mehrheit der Manager immer noch nach dem selben alten Prinzip: Command & Control, Befehlen und Überwachen. Eine Tatsache, die ebenso traurig wie fatal ist, denn die Arbeitswelt hat sich seit der Zeit Taylors, insbesondere in den letzten 20 Jahren, rapide verändert. Statt leistungsstarken, menschlichen Arbeitsmaschinen, die einfache Handgriffe auszuführen haben, stehen heute in den Firmen gut qualifizierte Menschen, die sich komplexen Arbeitsabläufen und –anforderungen in einer global vernetzen Welt und einem durch ständiges Lernen geprägten Arbeitsumfelds gegenüber sehen.

Statt Command & Control sind jetzt andere Führungsaufgaben gefragt, die des Ermöglichers und Ertüchtigers – Empower & Enable. Oder – um bei der Alliteration mit „C“ zu bleiben: Coach & Cultivate. Kultivieren im Sinne eines Gärtners, der durch Pflege und distinguierte Aufmerksamkeit dafür sorgt, dass seine Pflänzchen wachsen und gedeihen, um schliesslich reichlich Ertrag hervorzubringen.

So, wie es z.B. das erfolgreiche, mittlerweile milliardenschwere Musikportal Spotify erfolgreich praktiziert. Sage und schreibe 94% der knapp 3000 Mitarbeiter geben an, dass sie mit ihrem Arbeitsplatz sehr zufrieden sind. Ursache dafür ist u.a. eine Personalabteilung, die sich neu erfunden hat und sich längst nicht mehr nur auf Personalbeschaffung und –verwaltung beschränkt, sondern sich aktiv um die Zufriedenheit und Potentialentfaltung der Mitarbeiter kümmert, indem sie ihnen Arbeitshindernisse aus dem Weg räumt und echte Mehrwertdienste anbietet.

Es ist Zeit umzudenken. Höchste Zeit!

Goodbye Taylor!

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