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Wenn der Kopf frei ist und die Gedanken fliessen, genau dann kommen die besten Ideen. Dazu braucht es eigentlich keiner wissenschaftlichen Beweise, aber die gibt es natürlich zu Hauf zu diesem Thema. Fazit: Wirklich konzentriert arbeiten kann der Mensch am Tag nur..was glauben Sie?
Vier Stunden – das ist die nüchterne Wahrheit!
Wer mehr arbeitet, ist nicht produktiver“, sagt der schwedische Arbeitspsychologe Anders Ericsson, der in Studien bestätigen konnte: Konzentration hat Grenzen und ist zeitlich limitiert.
Spätestens ab der zehnten Arbeitsstunde entsteht bei jedem Menschen ein deutlicher Leistungsknick, inklusive erhöhter Unfallgefahr im Beruf oder im Straßenverkehr. Kritisch wird es schon nach der siebten und achten Arbeitsstunde: Ab dann nimmt das Unfallrisiko enorm zu und Fehler häufen sich exponentiell.
Neurowissenschaftlich ist das ganz einleuchtend zu erklären: „Wenn wir arbeiten, erzeugt das Gehirn viele Gedanken. Die vernünftigen werden priorisiert, die fehlerhaften blockiert. Dieser Filter wird durchlässiger, wenn wir zu lange arbeiten.“ Fehler rutschen durch, Unfälle passieren. Die Vorstellung, dass man sich über mehrere Stunden konzentrieren kann, ist eine Illusion! Das ist die einhellige Meinung der Neurowissenschaftler. Vor allem jene kognitiven Fähigkeiten, die für qualitatives Arbeiten nötig sind, sind nach einer so langen Zeit erschöpft. Monotone Tätigkeiten könnten länger durchgeführt werden, aber selbst als Kassiererin an der Supermarktkasse braucht man regelmäßig Pausen.

Doch damit nicht genug: Laut australischen Forschern nehmen die kognitiven Fähigkeiten nach einer gewissen Anzahl an Arbeitsstunden sogar ab!

Peng!
In einem 2016 durchgeführten Experiment stellten sie fest, dass Arbeiten das Gehirn nur bei etwa 25 Arbeitsstunden pro Woche fit hält.

So jetzt kommt’s: Wer wöchentlich mehr als 40 Stunden arbeitet, habe sogar schlechtere kognitive Fähigkeiten als jemand, der gar nicht arbeitet: Er sei unaufmerksamer, gute Ideen blieben aus.

Na, hätten Sie das gedacht? Überlegen Sie mal, was das für Sie bedeutet!!! (Ja, da gehören ganz bewusst 3 Ausrufezeichen hin)

Also…wie lange kann man wirklich vernünftig produktiv sein? „Konzentriert man sich, hält man sich Informationen im Arbeitsgedächtnis warm“, erklärt Neurowissenschafter Beck. Dieses ist aber irgendwann voll. „Ähnlich wie bei einem Schreibtisch. Da kann man auch nur eine gewisse Anzahl an Dokumenten ablegen.“ Die Folge: „Das Gehirn entsorgt Dinge. Es vergisst – um des Chaos wieder Herr zu werden.“
Die Neurowissenschaft schlussfolgert daher: Grundsätzlich sind kürzere Arbeitstage produktiver als längere! Das Gesetz sieht eine Arbeitszeitöchstgrenze von 10 Stunden am Tag vor. Was für körperliche Arbeit durchaus sinnvoll ist, wird für geistige Arbeit durch die vorher angebrachten Erkenntnisse allerdings ausgehebelt, denn: Kann man überhaupt so lange produktiv sein?

Der Mensch ist keine Maschine! „Zwölf Stunden durchgehend konzentriert zu arbeiten ist unmöglich“, meint der Neurowissenschafter Beck. „Ein Gehirn arbeitet ja nicht rund um die Uhr gleichbleibend wie eine Maschine.“ Gerade die Kapazitäten von Wissensarbeitern würden häufig überschätzt, ihre Tätigkeit gelte als weniger hart. „Bei körperlicher Arbeit, zum Beispiel am Bau, ist klar, dass das niemand zwölf Stunden am Stück auf Dauer schafft.“ Doch was passiert bei geistiger Arbeit? Die ist genauso ermüdend und zeitigt ähnliche Erschöpfungszustände mit folgenden Konsequenzen:
– Die Lebensqualität unter der Woche wird als erheblich eingeschränkt empfunden.
– Die Regeneration wird auf das Wochenende verschoben und reicht in den meisten Fällen nicht aus, um genügend Energie für die nächste Arbeitswoche zu tanken.
Studien gehen da sogar noch einen Schritt weiter: Nach zwei aufeinanderfolgenden Tagen mit je zwölf Stunden Arbeit müsste man drei Tage freinehmen, um sich vollständig zu erholen. Sechs statt acht Stunden, wäre das richtige Arbeitspensum.
Betriebe, die ihre Mitarbeiter einer hohen Arbeitsbelastung aussetzen, schneiden sich ins eigene Fleisch, weil sie diese Milchmädchenrechnung mit einer hohen Fluktuation und vermehrten Krankenständen, oder – und das ist eigentlich noch schlimmer – mit unzufriedenen und damit unmotivierten und dadurch unproduktiven Mitarbeitern teuer bezahlen.

 

Was heisst das nun für unsere Unternehmenspraxis?

 

1. Schaffen Sie die Freiräume, dass Ihre Arbeitnehmer sich ihre Arbeitszeit so flexibel wie irgend möglich einteilen können, ihrem individuellen Biorhythmus enstprechend.
Es dürfte mittlerweile hinlänglich bekannt sein, dass jeder Mensch seine Peakperformance zu einem unterschiedlichen Zeitpunkt erbringt. Alle in dieselbe 9-to-5 Klammer zu pressen ist so obsolet wie,…(erspar ich mir jetzt!)

 

2. Lassen Sie ihre Mitarbeiter länger Urlaub machen
Nachhaltige Erholung setzt sowieso erst ab Beginn der 3. Woche ein. Und genau das wollen Sie doch: Mitarbeiter, die mit vollen Batterien und voller Elan und Tatendrang an ihren Arbeitsplatz zurückkehren. Als Deal können Sie dafür ein „freiwilliges“ Entgegenkommen (funktioniert sowieso nur freiwillig) Ihrer Mitarbeiter verlangen, in dem sie sich verpflichten länger zu arbeiten, wenn Not am Mann ist.
Das ist echtes Geben und Nehmen. So funktioniert ein gewinnbringendes Miteinander, bei dem sich jeder gut fühlt.

 

Die Erfolgsformel lautet tatsächlich: Weniger Arbeit = mehr Zufriedenheit

 

Doch was ist nun tatsächlich die ideale tägliche Arbeitszeit?

 

Dazu wird weltweit experimentiert. Der Trend geht in Richtung weniger Stunden, wie aktuell in Bielefeld, wo der als nicht gerade mitarbeiterfreundliche US-Onlinehändler Amazon kürzere Arbeitstage und –wochen testete: Dort arbeiteten einige Dutzend Angestellte nur von 10 bis 14 Uhr, Montag bis Donnerstag.

 

Längerfristig mache das Menschen produktiver – wovon schließlich auch Arbeitgeber profitierten, sagt der Psychologe Anders Ericsson.

Der Nachweis dafür wurde in einem Göteborger Toyota-Werk erbracht: Nach Reduzierung der wöchentlichen Arbeitsstunden von 40 auf 30 stieg der Profit um 25 Prozent!

 

Weniger Arbeitszeit = höhere Produktivität = höherer Gewinn
Eine Formel, über die es sich zumindest lohnt, nachzudenken!

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